Partfaliaz – eine internationale Plattform für Fotografen und visuelle Künstler – traf sich mit CHAIPEAU zu einem ausführlichen Gespräch darüber, was es braucht, um eine ernsthafte kreative Praxis mit generativer KI aufzubauen. Nicht Prompt Engineering. Production Engineering.

Das Interview zeichnet den Weg von über zwanzig Jahren in User Experience, Interaktionsdesign und digitaler Unternehmenstransformation bis zum Aufbau eines generativen KI-Dokumentarfotografieprojekts nach, das heute mehr als 175.000 Follower erreicht und jährlich über 25 Millionen Impressionen generiert.

Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, die alles, was CHAIPEAU tut, prägt: Die eigentliche Arbeit bei der KI-Bilderzeugung findet lange vor der Generierung selbst statt. Jede Produktion beginnt mit einer rigorosen Vorproduktionsrecherche – mindestens 15 webverifizierte Quellen pro Standort, Katalogisierung von über 30 verifizierten Wildtierarten, über 20 benannten Standorten und spezifischen Lichtverhältnissen basierend auf Breitengrad und Monat. Von dort übernimmt ein proprietäres Produktionsframework – jetzt in seiner sechsten Hauptversion, versionskontrolliert und changelog-gesteuert wie Softwareentwicklung, denn genau das ist es.

Das Gespräch geht tief in die Methodik: eine 6-phasige narrative Architektur von der Ankunft bis zur Abreise. Ein strukturiertes JSON-Prompt-Framework, das jeden Parameter bis hin zu Blende, Kelvin-Temperatur und Prozentsätzen des negativen Raums steuert. Diversitätsregeln, die 88 Iterationen durchlaufen haben. Karussell-Sequenzierung mit Farbtemperaturübergängen, bei denen kein Kelvin-Sprung zwischen den Folien 2000K überschreitet. Ein Golden Reference Prompt, der als verbindlicher Qualitätsmaßstab dient. Und ein Framework Gap Audit, das nach jeder Produktion läuft, um herauszufinden, was schiefgelaufen ist.

Das Interview behandelt auch die kreative Philosophie hinter der Arbeit – von der Rolle der Einsamkeit und nächtlicher Spaziergänge bei der Formung visueller Ideen bis hin dazu, warum jede neue CHAIPEAU-Produktion die vorherige wie einen Rohentwurf erscheinen lassen muss. Und es schließt mit direktem Rat für angehende KI-Künstler: Vergessen Sie zuerst das Werkzeug. Studieren Sie das Handwerk, das Sie nachahmen. Bauen Sie Systeme, nicht nur Bilder. Seien Sie Ihr eigener schärfster Kritiker.

Die Einstiegshürde in die KI-Kunst ist niedrig. Die Hürde zur Exzellenz ist genau so hoch, wie sie schon immer war.

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